P. Viktrizius Weiß, Kapuziner





Erste Priesterjahre von P. Viktrizius Weiß

Erste Priesterjahre

In der Pfarrei St. Ursula (heute: St. Sylvester) fand Anton Weiß seinen ersten Aufgabenbereich. Als Kaplan half er dem Pfarrer. Bei den Kindern blieb Anton lange Zeit in Erinnerung, weil er es so gut verstand, mit ihnen umzugehen. Nach etwa zwei Jahren wurde er an das Priesterseminar nach Freising zurückgerufen. Der Posten eines Präfekten für die Studenten und die eines Dozenten in der Predigerausbildung waren zu besetzen. Der Erzbischof hielt Anton Weiß für geeignet, beide Aufgaben in einer Person wahrzunehmen. Neben einer großen Arbeitsfülle in Freising promovierte er 1871 in einer Dissertation an der Münchner Universität. Dort erhielt er für seine Leistungen das Prädikat "Durchwegs hervorragend".

Zeitprobleme

In der katholischen Kirche war es gegen Ende des 19. Jahrhunderts keineswegs ruhig und friedlich. Das Erste Vatikanische Konzil hatte 1870 mit der Lehräußerung über die Unfehlbarkeit des Papstes großen Wirbel hervorgerufen. Anton Weiß sollte im Freisinger Dom zu diesem Thema Stellung beziehen. Ein Student, der Zeuge war, beschreibt es so:

"Eines schönen Sonntagsmorgen bestieg Anton Weiß die Domkanzel, einen großen Stoß von Büchern unter dem Arm, die er langsam und feierlich auf den Kanzelrand niederlegte, eines neben das andere, bereits aufgeschlagen, geordnet und hergerichtet zum sofortigen Gebrauch ... Er erklärte: Aus mir sage ich heute kein einziges Wort, sondern aus Büchern, die schon vor vielen Jahrhunderten verfasst worden sind, lese ich euch wortgetreu vor, was die katholische Kirche ...gelehrt, und was die katholischen Christen geglaubt haben."

Die vorgebrachten Argumente wirkten überzeugend auf die Zuhörer im überfüllten Dom.




Nach zweijähriger Tätigkeit als Kaplan
in München kam Anton Weiß als Präfekt
zurück ins Priesterseminar Freising.















 



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